Menschen im Hotel '09
Mit Koffern lärmend und suchend strömen Menschen über die Bühne und durch den Zuschauerraum. Offensichtlich stehen wir Menschen immer unter Zeitdruck und sind ständig unterwegs, aber wohin überhaupt? Diese Frage stellte sich der Literaturkurs 12 des Städtischen Gymnasiums unter Leitung von Herrn Hullermann. Ergebnis dieser Reflexionen ist das Theaterstück „Menschen im Hotel '09", das die Schüler am Montag in der Aula präsentierten. Nach einer Idee von Vicki Baum inszenierten und spielten der Literaturkurs eine Geschichte, in der die Einsamkeit des modernen Menschen trotz immerwährender Zweisamkeit dargestellt wird und das Hotel zum Symbol für die ständige, aber vergebliche Suche nach Liebe, Glück, Geld und dem Sinn es Lebens wird.
Wohin sind die Menschen ständig unterwegs, fragt sich auch der Obdachlose, gespielt von Niklas Wichmann, der die verschiedenen Figuren beobachtet, wie sie auf ihren Lebensreisen im Grand Hotel Berlin stranden. Da sind die krebskranke Frau vom Lande, gespielt von Lara Prizebilla, die noch einmal richtig „leben" will und dabei einem von der Pleite bedrohten und dadurch lebensmüden Firmenchef (Daniel Rybacki) das Leben rettet. Dessen Frau (Lucia Lehmann) wiederum will sich mit ihrem Geliebten, dem Gigolo Francesco (Julian Kersting) treffen, der ebenfalls in Geldnöten ist und deshalb eine Frau sucht, von der er sich aushalten lassen kann.
Komplettiert wird die Gästeliste durch eine sich auf der Flucht befindliche Bankräuberin, verkörpert von Anna-Lena Burg, und die schicke, aber skrupellose Banksterin (Lidia Steiger), die ihrer Bank mitteilen muss, dass sie sich in der Finanzkrise verspekuliert. Menschen im Hotel spiegelt die Dramatik des Lebens, ohne dass am Ende ein Drama steht, alles läuft irgendwie weiter, im Hotel wie im richtigen Leben. So spendet das zahlreich erschienene Publikum am Ende einen Riesenapplaus, für gelungene Unterhaltung mit einer auseichenden Prise Humor.

