SAM-OWL 2008: Mathe macht Spaß
Während Oktaeder vielen Abiturienten und manchem Schulverantwortlichen Albträume bereiten, betrachteten die Jüngsten bei der Schülerakademie Mathematik Ostwestfalen die Polyeder als Herausforderung: Mit Feuereifer bauten die mathematisch interessierten Sechstklässler regelmäßige platonische Körper und untersuchten deren besondere Eigenschaften. Bei der abschließenden Vorstellung überraschten die kreativen Schüler ihre Eltern mit einem Quiz, um zu prüfen, ob ihre Vorträge auch verstanden werden.
Insgesamt hatte die Bezirksregierung Detmold vierzig Schülerinnen und Schüler von 29 Schulen in das Flussbett-Hotel in Gütersloh eingeladen, um sich drei Tage mit Themen aus allen Bereichen der Mathematik zu beschäftigen. Beeindruckt stellte Michael Uhlich, Leiter der Schulabteilung in Detmold, nachher fest, dass die Schüler sich nicht nur auf die Probleme eingelassen und sie in der kurzen Zeit gelöst hätten, sondern auch ansprechend präsentiert hätten: „Wann haben die Schüler einmal Gelegenheit, vor einer Gruppe von 20 Eltern, Reportern und unbekannten Lehrern ihre Ergebnisse vorzutragen?" Und diese Chance wurde hervorragend genutzt: Im Wechselvortrag präsentierten die Schüler ihre Arbeitsergebnisse aus der Geometrie, Zahlentheorie und Algebra, führten praktische Anwendungen vor und erläuterten die mathematischen Hintergründe anhand von aufwändig gestalteten Plakaten.
So hat die Gruppe mit dem Thema Spieltheorie Gewinnwahrscheinlichkeiten und Erwartungswerte beim Glücksspiel untersucht und gleich einen Glücksspielautomaten nachgebaut. Alexander Rusinov aus Lemgo und Steven Koppert aus Lage haben mit Hilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms Spielverläufe unter unterschiedlichen Spielbedingungen simuliert. „Wir wollten fairere Bedingungen für den Spielteilnehmer schaffen. Dazu haben wir die Belegung der Walzen des Automaten verändert und die Gewinnbeträge variiert", erläutern die Zwölfjährigen, die ihren Eltern auch gern vorführen, wie sie die Makros für die Spielpräsentation programmiert haben Spielerisch ging es auch in der Gruppe von Mathematik-Lehrer Daniel Hövekenmeier vom Städtischen Gymnasium Gütersloh zu: „Die Schüler haben gelernt, wie man zahlentheoretische Erkenntnisse benutzt, um Rätsel zu lösen, die auf Zahlenkombinationen zurückzuführen sind."
Auch der Spaß kam nicht zu kurz: Wer sah, wie die Schüler nach drei Tagen Mathematik am Samstagmittag beim abschließenden Eierwurf durch die Dalkeauen sprinteten, vergaß das Bild vom verkopften Mathematiker. Und Fußball geschaut wurde natürlich auch! Bürgermeisterin Maria Unger lobte die Offenheit der Schüler nicht nur für wissenschaftliche Fragestellungen, sondern auch neue Freundschaften, als sie sah, wie viele Adressen vor der Abreise ausgetauscht wurden. Damit sich diese positiven Eindrücke wiederholen, versprach Schulabteilungsleiter Michael Uhlich künftig mehr ähnliche Veranstaltungen anzubieten. Sein Dank galt daher besonders den Lehrern und Referendaren, die drei Tage die Schüler betreut hatten, sowie der Sparkasse Gütersloh, die die Schülerakademie im Flussbett-Hotel gesponsert hatte.

