Schulcurriculum Philosophie Sekundarstufe II
Stand 01.04.08
Die Obligatorik für das Zentralabitur, die zwei bis drei Jahre gelten soll, macht einige wenige Ergänzungen des bisherigen Fachcurriculums und eine Festlegung der Thematik für die Jahrgangsstufe 13 erforderlich. Da eine Einrichtung von Leistungskursen für absehbare Zeit nicht vorgesehen ist, sind nur die Forderungen für Grundkurse berücksichtigt.
| Halbjahr |
Fachliche Inhalte fett : Obligatorik normal : zusätzliche inhaltliche Vorgaben |
Selbständiges Arbeiten und Lernorganisation | ||
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| Themenbereiche und Problemfelder | Fachmethoden (methodenbezogene Kompetenzen) | Fachinhalte (gegenstandsbezogene Kompetenzen) | Schulbuch: Zugänge zur Philosophie, Bd. 1 u. 2 | |
| 11.1. |
EINFÜHRUNG IN DIE PHILOSPHIE
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- Assoziation, Brainstorming und Mindmap als Mittel der Themenerschließung - Gewaltfreie, rationale und sachliche Gesprächsführung - Anwendung textanalytischer Methoden - Anwendung von Methoden der Texterörterung: Zitation, Trennung von Beschreibung und Wertung, Formen der Begründung, Abwägung von Grund und Gegengrund - Formen der Dokumentation des Unterrichtsverlaufs |
- Sinnfragen und die Grenzen ihrer Beantwortbarkeit - Das Verhältnis der Philosophie zur Pluralität der Einzelwissenschaften - Die kantischen Grundfragen der Philosophie - Die philosophischen Disziplinen - Das Verhältnis von These und Begründung: wahre Thesen können falsch begründet sein |
Bd. 1, Kap. I "Was ist der Mensch" u. "Hinweise zur methodischen Erschließung philosophi-scher Texte" (S. 471-476) Richtlinien S. 5-10 Bd. 2, "Methodische Hinweise" (S. 73ff., 184ff., 212f. |
| 11.2 |
PROBLEME DER BESTIMMUNG DES MENSCHEN
(Zu einem dieser Rahmenthemen soll ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem LKH-Gütersloh durchgeführt werden, bei dem Beobachtungen über die Lebenseinstellungen Alter oder psychisch Kranker angestellt, dokumentiert und ausgewertet werden sollen.) |
Folgende Formen sollen unterschieden und verwendet werden können: - semantischer, funktionaler und intrinsischer Sinn - analytische und synthetische Aussagen - begriffsanalytische Reflexion und empirische Untersuchung - anthropozentrische und behavioristische Dispositions-zuschreibungen |
- Dualismus und Materialismus des Psychischen - Verwandtschaft und Differenzen tierischer und menschlicher Intelligenz - Die Bedingungen des Sinnverstehens - Die subjektive Innenperspektive des Erlebens und die Außenperspektive des Beschreibens - Gründe und Grenzen für die Annahme künstlicher Intelligenz |
Bd. 1, Kap. II oder Bd. 2, Kap II Referate, Gruppenarbeit, selbstständiges Arbeiten, Projektarbeit |
| 12.1. |
PROBLEME DES MENSCHLICHEN HANDELNS
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- Abstraktion philosophischer Fragen aus konkreten Entscheidungsproblemen - Differenzierung von Entscheidungsgesichts-punkten nach Relevanz - Unterscheidung von analytisch rekonstruierender und konstruierender Methode - Anwendung des Falsifikationsverfahrens als Hypothesentest - selbstständige Hypothesenmodifikation - Verwendung der Fachterminologie |
- Das Problem der Relativität moralischer Maßstäbe - Die Minimalmoral des aufgeklärten Egoismus (z.B. Tit for Tat) - aufgeklärter Egoismus und echter Altruismus - "gut" in deskriptiver und präskriptiver, finaler und intrinsischer Bedeutung - Der Nutzen-Summen-Utilitarismus (Bentham u. Mill) - Maximen und hypothetische und kategorische Imperative (Kant) - Gesinnungs- und Erfolgsethik (Weber u. Jonas) - die Diskussion um die Willensfreiheit |
Bd. 1, Kap. III Referate, Gruppenarbeit |
| 12.2 |
PROBLEME VON POLITIK, RECHT, STAAT, UND GESELLSCHAFT
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- die ungelenkte zielorientierte Diskussion - die freie schriftliche Sacherörterung - die Pragmatik des Rechts berücksichtigen - Verwendung der Fachterminologie |
- Konventionalität im positiven Recht - Individual- und Generalprävention - Naturrecht und Rechtspositivismus - Hobbes´ Menschenbild und Vertragstheorie - Lockes Naturrechtstheorie - die Begründung der Gewaltenteilung - Kant: Zum ewigen Frieden - Klugheit und Moralität - John Rawls´ Modell des Urzustandes - persönliche Lebensethik und öffentliche Moral in der pluralistischen Gesellschaft (z.B. Rawls Modell des übergreifenden Konsenses) |
Bd. 1, Kap. IV (s.o.) |
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13.1 und 13.2 |
PROBLEME DER WISSENSCHAFTEN
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- wissenschaftliche Erklärungen aufstellen - Ansätze und Leistungsfähigkeit perspektivisch verschiedener Wissenschaften beurteilen - Spekulation und empirisch sinnvolle Hypothese unterscheiden |
- Zweifel als Grundlage der Erkenntnis (Platons Höhlengleichnis und Humes Skeptizismus) - "induktive" Hypothesenbildung und deduktiv-nomologische Erklärung - die Bedeutung der Überprüfbar-keit und des Experiments für Falsifikation oder Bewährung (Popper: Logik der Forschung - in Auszügen) - die Abhängigkeit des Weltbildes von begrifflichen Konzepten und Gesetzes-hypothesen (anhand von Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften - in Auszügen) |
Bd. 2, Kap. I, evtl. II (s.o.) |

