Empfang beim Bürgermeister von Giannitsa, Herrn Nikolaos Papanikolaou (Mitte) mit Dolmetscher Kostas (Links), Griechisch-Lehrer Alexander Senger (3. von links), Latein-Lehrerin Claudia Röhlinghaus (2. v. rechts) und Ioannis Papadopoulos, Vorsitzender des Verbandes "Alexander der Große" (rechts)

Gütersloher Lateiner auf klassischen Pfaden


Ein bisschen Neugriechisch, eine Reitstunde in der Bergwelt Nordgriechenlands und viele Unterrichtseinheiten Sirtaki in Kria Vrissi werden der 13-köpfigen Besuchergruppe des Städtischen Gymnasiums noch lange in Erinnerung bleiben. Auf Einladung des Verbandes zur Förderung der griechisch-deutschen Freundschaft „Alexander der Große" aus Giannitsa reisten Schüler und Lehrer nach Griechenland, um Möglichkeiten für eine Schulpartnerschaft zwischen dem Städtischen Gymnasium und den Schulen in Kria Vrissi und Giannitsa zu erkunden. Zugrunde lag ein Geschenk des dortigen Partnerschaftsvereins an die Deutsch-Griechische Gesellschaft in Gütersloh. Die Gütersloher griffen das Kontaktangebot umgehend auf und sorgten dafür, dass sich die Schülergruppe auf den Weg machen konnte.

Spannung und Vorfreude bestimmte die Stimmung der Teilnehmer des Altgriechisch-AG unter der Leitung von Alexander Senger und des Latein-Leistungskurses von Claudia Röhlinghaus beim Abflug nach Thessaloniki. Wie groß das Interesse war, zeigte nicht zuletzt, dass die Schüler ihre Herbstferien für die Reise opferten. Auch auf griechischer Seite wurde alles für einen guten Start der Partnerschaft getan. Zum einen fiel die Aufnahme der deutschen Gäste sehr herzlich aus, zum anderen hatten die Griechen die Besuchswoche akribisch durchplant und zeigten den Güterslohern ein breites kulturelles Spektrum.

Wie heißt Du? Woher kommst Du? Schüler des 2. Gymnasiums aus Kria Vrissi interviewen Lukas, Gesa, Mario, Lukas und Lisa. Zunächst stand ein Besuch des örtlichen Gymnasiums, dass die Klasse 7 bis 9 umfasst, sowie des Lyzeums, der griechischen Oberstufe, im benachbarten Giannitsa auf dem Programm. Deutschen wie griechischen Schülern bereitete der eigens organisierte gemeinsame Sprachunterricht in Kria Vrissi so großen Spaß, dass die beiden mitreisenden Lateinlehrer des Städtischen Gymnasiums wohl in den nächsten Monaten einige Unterrichtsstunden Neugriechisch vorbereiten müssen.
Natürlich besichtigte die Schülergruppe auch historische Stätten wie Pella, die Heimat Alexanders des Großen, und bekam eine Einführung in die Landeskunde beim Besuch des Museums für Volkskunde und Geschichte in Giannitsa. Umrahmt und gekrönt wurde jeder Tag durch ausgiebige Mahlzeiten, die Gelegenheit zu Gesprächen und näheren Kennenlernen boten.
Viele offizielle Begegnungen, angefangen vom Empfang beim Bürgermeister in Giannitsa, Nikolaos Papanikolaou, bis zur Kranzniederlegung am Denkmal für die Opfer des 2. Weltkrieges, unterstrichen die politische Dimension dieser Reise. Auf allen Treffen hoben beide Seiten die schon bestehenden Verbindungen zwischen Gütersloh und den nordgriechischen Städten hervor. Die Geschenke der Deutsch-Griechischen Gesellschaft aus Gütersloh und von Bürgermeisterin Maria Unger wurden mit Freude angenommen und erwidert. Alexander Senger, der mit Humor und Ernst seine diplomatischen Pflichten erfüllte versprach, am Städtischen Gymnasium für die Aufnahme einer offiziellen Schulpartnerschaft zu werben und so einen ersten Schritt für eine von vielen Seiten gewünschte engere Partnerschaft zu unternehmen. Wenn es nach den Schülerinnen und Schülern geht, dürfte die Griechenlandreise im nächsten Jahr wiederholt werden, auch wenn man ein ganz neues Griechenland-Bild abseits der kretischen Strände bekam.

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