Leitlinien

Die feste Verankerung des Städtischen Gymnasiums in der Bildungslandschaft der Stadt Gütersloh und seine Wertschätzung spiegeln sich in der Ausweitung der Schülerzahlen. Die Schule begann mit etwa 40 Schüle-rinnen; zum Neubeginn nach den 2. Weltkrieg besuchten etwa 470 Schülerinnen die Schule; 1982 wurde die bisherige Höchstzahl von 1570 Schülerinnen und Schülern erreicht. Derzeit besuchen mehr als 1500 Schüle-rinnen und Schüler unsere Schule, die von ca. 110 Lehrkräften unterrichtet werden. Aus der Tradition des Städtischen Gymnasiums ergeben sich Leitlinien, die unser heutiges Handeln bestimmen:

  • Das SG versteht sich als eine von der Öffentlichkeit getragene Schule in der Mitte der Stadt. Sie übernimmt Verantwortung für ganz unterschiedliche Kinder und Jugendliche der Stadt und kooperiert dabei mit vielen anderen städtischen Einrichtungen.
  • Das SG bemüht sich darum, auch bildungsferne Bevölkerungsgruppen an anspruchsvolle Bildung heranzuführen. Die Schule wird sich auch weiterhin für Chancengerechtigkeit einsetzen.
  • Das SG hat sich in seiner Entwicklung am Ziel der wissenschaftspropädeutischen Ausbildung orien-tiert, die auf das Abitur als Zugang zur Hochschulausbildung gerichtet ist. Der Unterricht soll die Fähigkeit zur methodengestützten, systematischen und problemorientierten Erschließung der Lebenswelt entwickeln und kräftigen.
  • Das SG begreift sich als „lernende Schule", die sich neuen Herausforderungen stellt. Durch die jüngste Mitwirkung am Reformprojekt „Selbstständige Schule" hat sie aus eigenem Entschluss den Willen bekundet, Unterricht fachlich und methodisch weiter zu entwickeln und sich fortlaufend zu modernisieren.
  • Das SG ist sich im Sinne der Öffnung von Schule der sozialen Verpflichtung gegenüber anderen bewusst. Das zeigt sich u. a. im karitativen Engagement für Menschen und Einrichtungen der Stadt; z. B. durch die Zusammenarbeit mit den LWL-Kliniken. Das SG sieht sich gefordert, diese Tradition wieder stärker zu betonen.
  • Das SG fühlt sich verpflichtet, die demokratische Verantwortung der heranwachsenden Generati-on zu stärken. Die Schule ist sich bewusst, dass sie sich gegenüber den undemokratischen Heraus-forderungen ihrer Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus nicht als widerstandsfähig erwiesen hat.

Die gesellschaftlichen Anforderungen an Bildung und Erziehung werden heute zunehmend komplexer. Das einmalige Ausstatten der Kinder mit Wissen in der Schulzeit reicht nicht mehr aus. Die Schule in der Wis-sensgesellschaft muss auf Eigenverantwortlichkeit setzen, damit sich Kinder und Jugendliche selbstständig und kontinuierlich neues Wissen und erweiterte Kompetenzen aneignen. Die Bereitschaft und Fähigkeit zum dauernden Erwerb von Wissen ist nicht Selbstzweck, sondern Voraussetzung für eine befriedigende Gestal-tung des eigenen Lebens und das verantwortungsbewusste Teilhaben am gesellschaftlichen Leben.
Auch für unsere Schule gilt somit, dass sie den Lernenden jene Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Werthaltungen vermitteln möchte, die ihnen eine umfassende Bewältigung ihrer lebens- und berufsbedeut-samen Anforderungen sowie eine aktive Mitgestaltung der Prozesse um sie herum ermöglicht. Die Tradition verpflichtet uns heute, diese Erziehungs- und Bildungsarbeit einer sehr vielfältigen Schülerschaft anzubieten und damit auch Verantwortung für unsere Stadt und ihre Einwohner zu übernehmen. Dieser Auftrag des SG konkretisiert sich in den Handlungsfeldern:

  • Sich Wissen aneignen - Fach- und Methodenkompetenz
  • Miteinander arbeiten und sich austauschen - Personale und soziale Kompetenz
  • Seinen eigenen Weg finden - Selbstgesteuertes Lernen
  • Das Fundament - Die Gestaltung des Schullebens

Der pädagogische Auftrag und der Beitrag der Lehrerinnen und Lehrer, der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

Für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet dieser Auftrag:
Das SG leistet eine an der kulturellen Tradition und dem Stand modernen Wissens orientierte Wissens- und Wertevermittlung und damit aufs Engste verbunden eine Erziehung zum mündigen Staatsbürger.

  1. Wir sehen das Fördern und Fordern der Schülerinnen und Schüler in einem. Der Leistungsgedanke und die Freude am Lernen stehen gleichberechtigt nebeneinander; sie können sich gegenseitig sogar bedingen.
  2. Wir stellen die Individualisierung der pädagogischen Prozesse und damit die Erhaltung der Viel-falt in den Lerngruppen - wie auch in der Schule insgesamt - in den Mittelpunkt unserer pädago-gischen Arbeit.
  3. Wir richten unser pädagogisches Handeln ergebnis- bzw. zielorientiert aus. Das schließt auch die permanente Überprüfung der Ergebnisse gemessen an den Zielen ein (Evaluation) und lässt uns Fehler als eine Möglichkeit zur weiteren Verbesserung unserer Arbeit sehen.
  4. Wir halten unsere schulische Arbeit offen für Neues in den Fachwissenschaften, fachdidaktischen und allgemeinen Methoden sowie Konzepten sozialen Lernens. Das schließt eine permanente Fort-bildung ein.
  5. Wir streben die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern und den Eltern bei der Verfol-gung gemeinsamer Ziele an.
  6. Wir nehmen die Chancen einer teils begleitenden, teils nachholenden Erziehung ernst.
  7. Wir zeigen Schülern gegenüber Respekt - den wir selbst auch einfordern. Schülerinnen und Schü-ler sehen wir als werdende Persönlichkeiten, die wir in ihrem Prozess der Selbstständigwerdung unterstützen. Dabei wollen wir Lehrerinnen und Lehrer mit den Schülerinnen und Schülern im persönlichen Gespräch bleiben.
  8. Wir leiten die Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem Arbeiten an, wozu methodische Hilfen und ein konstruktives Feedback über die erreichte Leistung gehören.
  9. Wir fördern die Teamfähigkeit der Schülerinnen und Schüler.
  10. Wir streben an, Leistung gerecht zu bewerten und die Schülerinnen und Schüler durch Anerkennung und Ermutigung zu stärken.

Diese Ziele gelten für alle Lehrerinnen und Lehrer gleichermaßen. Die Art und Weise ihrer konkreten Um-setzung bleibt allerdings der Verantwortung eines jeden Einzelnen überlassen. Die Lehrerinnen und Lehrer erfüllen die Vorgaben nach bestem Wissen und pädagogischem Gewissen. Sie richten sich dabei nach den konkreten Unterrichtszielen, der Lernsituation und nach dem Lernstand der jeweiligen Lerngruppe. Wün-schenswert ist eine Abstimmung des Lehrerverhaltens - nicht im Sinne einer Vereinheitlichung - sondern im Sinne einer fortwährenden Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten durch Lernen an ausgewiesenen, erfolgreichen Vorbildern.

Für Schülerinnen und Schüler bedeutet dieser Auftrag:

  1. Wir als Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums akzeptieren, dass die Schule An-strengung in Form der Einhaltung von Regeln, von Leistungs- und Lernbereitschaft und sozialem Engagement fordert.
  2. Wir gehen respektvoll miteinander um und verhalten uns vorurteilsfrei.
  3. Wir tragen Konflikte konstruktiv und friedlich aus.
  4. Wir streben an, als Einzelner wie auch im Team, unsere Fähigkeiten zur Lösung von Problemen selbstständig einzubringen und Einsatzbereitschaft zu zeigen.
  5. Wir übernehmen Verantwortung füreinander und für das eigene Verhalten im Sinne von Eigen-verantwortung.
  6. Wir zeigen Respekt gegenüber Lehrerinnen und Lehrern. Wir tragen durch unser Verhalten dazu bei, dass Lehrerinnen und Lehrer ihrem pädagogischen Auftrag gerecht werden können.
  7. Wir zeigen Mitverantwortung für das Gelingen von Unterricht bzw. für das Erreichen der allge-meinen schulischen Ziele.

Regeln werden nicht um ihrer selbst willen erlassen. Wir Schülerinnen und Schüler des SG sehen ihre Sinn-haftigkeit ein und akzeptieren ihre Notwendigkeit. Uns ist bewusst, dass es bei Nichteinhaltung unserer Pflichten zu Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern und auch den Eltern und ggf. zu Konsequenzen kom-men wird.


Für die Eltern bedeutet dieser Auftrag:
Wir Eltern unterstützen unsere Kinder und die Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Arbeit.

  1. Wir motivieren unsere Kinder zur schulischen Leistung, indem wir ihnen den Sinn des Leistens und Lernens erläutern, das Interesse für die Schule immer wieder wecken und die Bedeutung von Bildung für den weiteren Lebensweg klären helfen.
  2. Wir sorgen für gute Arbeitsbedingungen zu Hause wie auch in der Schule (Bereitstellung notwendi-ger Materialien, Hausaufgabenkontrolle bzw. - falls notwendig - Unterstützung bei deren Anfertigung usw.).
  3. Wir nehmen uns vor, an Elternabenden, Schulfesten, Arbeitsgruppen teilzunehmen.
  4. Wir verhalten uns konsequent und geradlinig.
  5. Wir begegnen den Kindern mit Respekt, gehen wertschätzend miteinander um und bringen ihnen nahe, die Persönlichkeit und das Eigentum anderer zu achten.
  6. Wir begegnen gleichermaßen den Lehrerinnen und Lehrern mit Respekt und unterstützen sie in ihren fachlichen und erzieherischen Anstrengungen.

Um Selbstverpflichtungen gerecht zu werden, bedarf es ausreichender Ressourcen. Lehren, Erzie-hen und Lernen, in der Familie und in der Schule, benötigen Zeit. Organisiertes Lehren und Fördern in der Schule erfordert eine zahlenmäßig angemessene Besetzung mit Lehrerinnen und Lehrern.

Das Städtische Gymnasium Gütersloh heute - Ein kleiner Einblick

Das SG ist eine Schule mit langer regionaler Tradition. Im Jahre 1887 wurde die Schule als ein Ort der „höheren Mädchenbildung" an der Moltkestraße eingerichtet. Sie befindet sich seit 1965 in den Gebäuden an der Schulstraße. Seit 1967 werden hier Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet. Durch die zentrale Lage (ca. 400 m von Hauptbahnhof und ZOB entfernt) ist das SG vom umliegenden Stadtgebiet aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu erreichen.

Zurzeit werden am SG mehr als 1500 Schüler von ca. 110 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Die dennoch überschaubare Gesamtgröße des Gebäudekomplexes und das gute Lehrer-Schüler-Eltern-Verhältnis schaffen günstige Voraussetzungen für eine angenehme und erfolgreiche Lernatmosphäre.

Die 27 fachspezifischen Räume in den fünf verbundenen Gebäudeteilen sind nach den aktuellen medialen Entwicklungen und Erfordernissen ausgestattet. Darüber hinaus verfügt das SG über eine „Europa-Ebene".

Veränderungen in der Schulpolitik bieten Chancen, die wir nutzen möchten! Ein Beispiel: Durch die Verkür-zung der Schulzeit auf zwölf Jahre ergibt sich eine Verlängerung der täglichen Lernzeit. Dies haben wir zum Anlass genommen, Lernen anders zu gestalten. Durch die verstärkte Einführung von Doppelstunden in der Stufe 6 ist es leichter möglich, zusammenhängend zu arbeiten und selbstständig mit Neuen Medien zu ler-nen. Am „langen Schultag" bieten wir den Schülerinnen und Schülern ein warmes Mittagessen aus der Schulküche an und sorgen dafür, dass die Kinder gut entspannt in den Nachmittagsunterricht gehen.

Die Schulgemeinde beziehen wir in der Schulleitung aktiv in die Gestaltung des Schullebens ein und stellen damit all unsere Maßnahmen auf eine breite, fundierte Basis. Im Gespräch miteinander bleiben wir über den regelmäßig erscheinenden „Eltern- und Schülerbrief". Aktuelle und wichtige Themen werden von Eltern-arbeitsgruppen aufgegriffen, diskutiert, systematisiert und als Meinungs- und Stimmungsbild der Schullei-tung zurückgespiegelt (Eltern-AGs derzeit zu den Themen: Erziehung, Mitwirkung, Beratung und Erprobungsstufe).

Städtisches Gymnasium Gütersloh
Schulstr. 18

33330 Gütersloh

Ansprechpartner:
Schulleitung: Dr. Siegfried Bethlehem, Ernst-Wolfhard Volland
Tel.: 0 52 41 - 82 23 10 Fax: 0 52 41 - 82 21 91 sgg@sg.schulen-gt.de Homepage: www.sg-guetersloh.de

Verantwortlich für die Erprobungsstufe: Wolfgang Gabel, Henrike Hollweg-Lohrer

Verantwortlich für die Mittelstufe: Barbara Krause-Traudes Carsten Briest

Verantwortlich für die Oberstufe / Sek. II: Hans Heitjohann, Margret Theißen

Stand: Februar 2007

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