Gütersloher zu Gast am Lycée Gambetta

1. Besuch unserer Schüler in Tourcoing

Endlich war es soweit, nachdem französische Schüler aus Tourcoing im Oktober letzten Jahres Gütersloh in Form eines Schüleraustausches besucht hatten, stand nun das Wiedersehen der „Städter" mit ihren Austauschpartnern in Frankreich auf dem Programm. Im Zeitraum vom 6. bis 12. März besichtigten sie die Region „Nord-Pas-de-Calais" und lernten das französische Leben innerhalb ihrer Gastfamilien ein wenig kennen.

Auf der sechsstündigen Anreise gab es keine Probleme, so dass die Gütersloher Schüler überpünktlich das Lycée am Donnerstag erreichten. Da an diesem Tag noch kein Ausflugsziel anstand, konnten die Schüler ihre Gastfamilien für die folgende Woche kennenlernen. Noch nicht ganz ausgeschlafen begann das gut organisierte Programm sofort am Freitag. Der Tag sollte spektakulär werden, doch zuerst besichtigte die Gruppe, bestehend aus 25 deutschen und 25 französischen Schülern sowie drei begleitenden Lehrkräften, ein altes Bergwerk,welches zum Museum umfunktioniert wurde. Durch einen Trick in einem Aufzug erweckte das Museum für die Schüler den Anschein, als befänden sie sich in einem echten Stollen tief unter der Erdoberfläche. So gewannen sie Eindrücke über das frühere Leben und die Arbeit eines Bergarbeiters.

Am Nachmittag hieß es auf nach Arras, um sich das 20 Kilometer erstreckende, unterirdische Tunnelsystem anzusehen. Leider konnte der Bus nicht rechtzeitig nach Tourcoing zurückfahren, da sieben deutsche Schüler, nachdem sie den Ausblick vom Rathausturm aus genossen hatten, im Fahrstuhl stecken blieben. Während sich die unten wartenden Freunde der „Fahrstuhlopfer" immer mehr Sorgen machten, die Techniker immer länger auf sich warten ließen, die Lehrer die einzigen waren, die ihre Nerven anscheinend im Griff hatten, herrschte im Aufzug unter den zwei Mädchen und fünf Jungen die erste Stunde noch gute Stimmung. Doch nach einer und einer halben Stunde waren sie glücklich, festen Boden unter den Füßen zu haben, sowie wieder ein Toilette aufsuchen zu können.

Das Wochenende verbrachte jeder in seiner Gastfamilie, wo private Aktivitäten durchgeführt wurden. Vom Pech verfolgt wurde einer Gütersloher Schülerin, die zuvor schon am Unfall in Arras beteiligt war, ihr Portmonee in Lille geklaut. Am Montag fuhr die Gruppe an die Atlantikküste, ein Spaziergang am Meer war jedoch unmöglich, da es in Strömen regnete und heftigst stürmte. Am Vormittag besuchten sie das Aquamuseum „Nausicaa", welches die verschiedensten Fischarten beherbergt.

Der Dienstag stand ganz unter der „Fleure de Lille", dem Zeichen der Stadt Lille. Zuerst zeigten zwei Stadtführerinnen der deutschen und der französischen Gruppe die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten, eingeschlossen dem neuen Europaviertel, welches viele Arbeitsplätze geschaffen hat und noch schaffen wird. Nachmittags, nach einer kurzen Shoppingpause, bowlte die gesamte Gruppe, was für viel Stimmung sorgte, obwohl sich das Wetter eher bescheiden zeigte.

Mittwoch- der letzte Tag. Nach drei Stunden Unterricht im Lycée wurde die Gruppe durch den Schulleiter M. Bauduin verabschiedet, nachdem schon am Vortag der Bürgermeister der Stadt Tourcoing seine Freude über den Besuch der Gütersloher ausdrückte. Der Abschied verlief mit gemischten Gefühlen. Einerseits waren die Schüler des Städtischen Gymnasiums glücklich wieder nach Hause zurückzukehren, andererseits mussten sie aber ihre neugewonnen Freunde zurücklassen. Viele Schüler wollen weiterhin Kontakt mit ihren Austauschpartnern sowie mit den Mitschülern halten, denn viele der Erlebnisse haben die Gruppe zusammengeschweißt. Mit vielen neugewonnenen Erfahrungen feierten die Gütersloher im Bus auf der Rückfahrt und hofften auf einen erneuten Austausch, der vielleicht in Zukunft ein wenig länger sein darf.

Alina Zurmühlen und Simon Küth

Gäste und Gastgeber im winterlichen Tourcoing 2008

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