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Schüler des Städtischen Gymnasiums Gütersloh verbringen dreieinhalb Wochen in Amerika
Es ist der 25. September. Um drei Uhr Morgens machen sich 24 übermüdete aber aufgeregte Schüler des Städtischen Gymnasiums Gütersloh auf den Weg in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Schon bald werden sie erleben, was es heisst, ein echter Amerikaner zu sein, wie sie denken, wie sie leben. Ob Trips nach Chicago, Milwaukee oder zum Mississippi, dreieinhalb Wochen voller neuer Erfahrungen liegen vor ihnen. Am Ende werden sie preisgeben, gut und gerne weitere Wochen im kleinen Städtchen Portage in Wisconsin, USA zu verweilen - trotz teils unbefriedigendem Essen, Mangel an Bewegung oder eben doch nur dem sich einstellenden Heimweh?
Doch zurück zu der Hinreise. Es ist ein beschwerlicher Weg bis zu unseren offenherzigen Gastfamilien, ein langer Weg über wenig bequeme Bussitze und ebenso unbequeme Flugsitzen. Nach drei Stunden Fahrt in Amsterdam angekommen, geht's zum Check-In und in den Flieger gen Chicago. Schon im Flugzeug bekommen die Schüler die Möglichkeit, ihr Schul-Vokabular in der Realität anzuwenden. Mitreisende haben sie bereits als Austauschgruppe - mit einheitlichen Pullovern ausgestattet - identifiziert und bombardieren sie mit Fragen über ihr Reiseziel und das Programm. Der von unerwartet vielen amerikanischen Bürgern begleitete Flug bietet einen ersten Vorgeschmack auf die entgegengebrachte Freundlichkeit und Offenheit der Gastgeber. Auch der als unscheinbares Paket getarnte Staubsauger - eines der vielen Mitbringsel der Deutschen für ihre Familien in den USA - der den dortigen Behörden zunächst nicht recht gefallen will, kann die von zwei Lehrern des Städtischen Gymnasiums begleitete Gruppe nicht stoppen. Mit dreistündiger Verspätung können sie ihre Gastfamilien (endlich) in Empfang nehmen.
Die Tage vergehen schnell. Zu schnell. Unter der Woche verbringen die Schüler die meiste Zeit in der Highschool, begleiten zunächst ihre Austauschpartner, können später selbst aus dem grossen Angebot an Kursen, von Fotographie bis hin zu Automechanik, wählen. Die Schule beschreiben die Schüler wie eine grosse Familie, in der jeder Jeden kennt. Nach dem Lernen folgen Sportevents, bei denen die eigene Mannschaft frenetisch angefeuert wird. Allen voran natürlich die Football-Spiele, insbesondere jenes in der Homecoming Woche. Sieben Tage, in denen die Schulgemeinschaft gemeinsam feiert - inklusive täglich wechselnder Verkleidung, Parade und Abschlussball. Natürlich fällt die Zeit des Aufenthalts günstig und auch die deutsche Gruppe kann ihren Teil zu einer gelungenen Woche beitragen. Nun nähert sich das Ende unserer Zeit im sommerlichen Amerika. Manch einer würde sich wohl um einen erneuerten Stop am Flughafen freuen. Vielleicht lassen sie uns ja diesmal überhaupt nicht mehr durch?

